30. Mai 2018

Ein starkes Team

Der Frühjahrsempfang der Hilfsorganisationen wurde 2018 unter dem Motto ‚Jahr der Ausbildung‘ erstmals vom ASB Bad Kreuznach organisiert und lud bei sonnigem Wetter zur Diskussion ein.

Der Schulhof lud die Gäste bei Currywurst und Burger zum Verweilen ein.

Foto: ASB/Y.Yildiz

Der Frühjahrsempfang der Hilfsorganisationen ist eine noch junge, doch bereits gut etablierte Größe im Veranstaltungskalender des Katastrophenschutzes im Landkreis Bad Kreuznach. Erstmalig wurde er in diesem Jahr am Sonntag, den 27. Mai, durch den Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) aus Bad Kreuznach ausgerichtet. Zum Versammlungsort hatte man die Mensa der Crucenia Realschule Plus an der Ringstraße auserkoren, die neben viel Platz auch alle weiteren Annehmlichkeiten wie eine moderne Einrichtung bot. Daneben konnte zudem der Schulhof für die Veranstaltung genutzt werden, der mit Stehtisch bestückt und bei sonnigem Wetter die Vertreter der Hilfsorganisationen zum Verweilen einlud. Denn der offene Austausch und das kameradschaftliche Miteinander zu fördern war eines der erklärten Ziele des ASB. Eingefunden hatten sich – neben dem ASB selbst – die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), das Deutsche Rote Kreuz (DRK), die Freiwillige Feuerwehr, der Malteser Hilfsdienst (MHD) sowie das Technische Hilfswerk (THW). Darüber hinaus gaben sich auch Polizei und Bundeswehr die Ehre eines Besuchs.

Die Veranstaltung unter ein Motto zu stellen sollte ein weiteres Novum für den Frühjahrsempfang 2018 werden. So hatte der ASB entschieden,  sich inhaltlich auf das von Kreisfeuerwehrinspekteur Werner Hofmann ausgerufene Thema ‚Jahr der Ausbildung' zu konzentrieren. Nachdem 2017 als ‚Jahr der Konsolidierung' genutzt worden war, um Material zu beschaffen und vorhandene Ausrüstung zu pflegen, konzentriert sich der Katastrophenschutz nun darauf, das ehrenamtliche Personal auszubilden und im Umgang mit dem vorhandenen Gerät zu schulen. In seinem Vortrag ging Hofmann folglich auch konkret auf die Ausbildung der Feuerwehren und des Katastrophenschutzes an sich ein. Er schlug dabei den Bogen von einer Präsentation der grundlegenden Organisationsstruktur des Katastrophenschutzes im Landkreis Bad Kreuznach bis hin zu den nackten Zahlen, wie viel Personal insbesondere die Kreisausbilder der Feuerwehr im vergangenen Jahr erfolgreich unterwiesen hatten. Indes blieb der Beitrag von Werner Hofmann nicht in Gänze ohne Kritik, denn der Gefahrstoffzug beispielsweise macht dem Kreisfeuerwehrinspekteur Sorgen. Es fehlten die notwendigen Lehrgangsplätze an der Landesbrand- und Katastrophenschutzschule - kurz LFKS - in Koblenz, so Hofmann. In der Folge bestünde die Gefahr, dass die Einheit ab dem kommenden Jahr nicht mehr adäquat besetzt werden könne, was gleichbedeutend mit der Nichteinsatzfähigkeit sei.

Den Vorträgen waren Grußworte von Bettina Dickes, Landrätin im Landkreis Bad Kreuznach, vorausgegangen. Sie betonte, dass der Frühjahrsempfang nicht nur für den ASB ein „Erstes Mal" sei, sondern auch für sie in der Funktion als Landrätin. Ein Amt, das sie Mitte 2017 angetreten hatte. Im Besonderen lobte Bettina Dickes zudem die gute Zusammenarbeit der verschiedenen Hilfsorganisationen im Ausbildungs- und Einsatzdienst. Keine Selbstverständlichkeit, wie andernorts in Deutschland zu sehen, sondern das Ergebnis regelmäßiger und konstruktiver Kommunikation zwischen den Führungsebenen.

Es folgten zahlreiche weitere Beiträge, in deren Verlauf die Vertreter der Hilfsorganisationen Rück- und Ausblicke auf das vergangene Jahr sowie abgeschlossene oder geplante Projekte präsentierten. All dies passend zum ausgerufenen Motto ‚Jahr der Ausbildung', wenngleich sich die Inhalte in ihrer Gewichtung durchaus unterschieden. Immer wieder klang dabei an, dass die Organisationen sich um einen hohen Qualifizierungsgrad bemühen, aber auch die Ansprüche an die ehrenamtlich Aktiven stetig steigen. Dass dies eine unüberwindbare Hürde darstellen kann, machte Jan Kammerer, stellvertretender Geschäftsführer des ASB, in seinem Vortrag am Beispiel des Notfallsanitäters deutlich. Haben schon die hauptamtlichen Rettungsdienste Probleme ausreichend Fachpersonal mit dieser Qualifikation zu finden, sind sie im Katastrophenschutz entsprechend rar. Der einzige Zugang eine dreijährige Ausbildung. „Die Steigerung der Qualifikation im Rettungsdienst ist richtig und wichtig. Aber es braucht auch Konzepte, dies auf den Katastrophenschutz zu übertragen", betonte er die Notwendigkeit, hier keine Schere der Fachkompetenz aufgehen zu lassen.

Die "Leitstelle" der Funkübung.

Foto: ASB/Y.Yildiz

Parallel zum Frühjahrsempfang führte der ASB Bad Kreuznach in einem Nebenraum der Mensa einen BOS-Digitalfunklehrgang durch, was das Veranstaltungsmotto ideal ergänzte. Der praktische Ausbildungsteil wurde kurzerhand in ein zur Leitstelle umfunktioniertes Zelt auf dem Schulhof verlegt, um den Gästen die Möglichkeit zu bieten, den Fortschritt des Lehrgangs live zu verfolgen. Fiktive Einsatzlagen und stetig wechselnde Koordinaten, die auf der Rettungskarte zunächst bestimmt werden mussten, führten die unter anderem im Katastrophenschutz und in der Rettungshundestaffel ehrenamtlich aktiven Lehrgangssteilnehmer dabei kreuz und quer durch den Landkreis. In die Übung verwoben war zugleich die praktische Prüfung, die alle Teilnehmer am Ende erfolgreich meistern konnten.

Einen offiziellen Akt gab es innerhalb der Veranstaltung mit der Berufung von Oswald Herr, Mitglied beim Deutschen Roten Kreuz, zum Fachberater für Sanitätsdienste durch Landrätin Bettina Dickes. In dieser Funktion wird er künftig den Führungsstab des Katastrophenschutzes im Landkreis Bad Kreuznach unterstützen.

Zum Abschluss des Frühjahrsempfangs bot ein ASB-eigener Verpflegungstrupp den Gästen eine Kostprobe seines Könnens: So wurde die klassische Currywurst mit der selbstgemachten Soße hervorragend angenommen und nicht nur einmal bei Verpflegungschef Tim Kammerer nach der Rezeptur gefragt. Nicht nur den Vegetariern unter den Gästen mundete auch der Mushroom-Burger, der allein ob seiner Optik getestet werden wollte. Im Zusammenspiel mit dem guten Wetter wurden die Gäste zum Verweilen eingeladen, um über den Katastrophenschutz im Allgemeinen und das Thema Ausbildung im Speziellen zu diskutieren; - ganz so, wie es die Notärztin Dr. Astrid Christmann, Stellvertretende Vorsitzende des ASB Bad Kreuznach, bei ihrer Eröffnungsrede zum Frühjahrsempfang 2018 angeregt