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FSJ - Ist doch Ehrensache

So in etwa fiel bei mir die Entscheidung, ein FSJ in einer Hilfsorganisation zu absolvieren. Wie es ist, für eine Hilfsorganisation nicht nur im Ehrenamt, sondern in Vollzeit zu arbeiten, hat mich schon vorher interessiert. Über meine Studienrichtung war ich mir auch noch nicht so ganz im Klaren - Medizin? Oder dann doch das Lehramt?

Ein Praktikum zur Berufsorientierung war mir dann aber auch zuwenig, denn das FSJ an sich bringt schon einige Vorteile mit sich: 

  1. Das Jahr wird bei der Bewerbung auf einen Studienplatz als Wartezeit angerechnet
  2. In manchen Bereichen erwirbt man eine Qualifikation, mit der man später in der Studienzeit noch nebenher sich etwas dazuverdienen kann - Ausbildung gehört dazu!
  3. Für die Arbeit, die ich aus Spaß und Überzeugung machte, bekommt man auch eine kleine Aufwandsentschädigung, sodass der persönliche Bedarf auch gedeckt ist.
  4. Und für mich das Allerwichtigste: Endlich macht man etwas Praktisches und vom sozialen Aspekt her Sinnvolles, nachdem man lang genug die Schulbank gedrückt hat!

Besonderes Glück hatte ich mit dem Arbeiter-Samariter-Bund in Bad Kreuznach - hier im Speziellen die Ausbildungsabteilung.

Da ich bereits während meiner Schulzeit zur Sanitäterin ausgebildet worden war, brachte ich beste Voraussetzungen für die Erste Hilfe Ausbildung mit. Daher wurde ich direkt auf einen Lehrgang geschickt, bei dem man alles Wichtige an die Hand bekommt: Selbstverständlich die Inhalte der Kurse, aber auch sonst nützliches Wissen, wie z.B. vom Umgang mit der Vortragstechnik bis hin zur Deutung von Körpersprache. 

Mit bestandenen Lehrproben bekommt man dann offiziell seinen Lehrauftrag vom ASB und so kann es dann auch direkt losgehen mit dem Halten von Erste-Hilfe-Kursen.

Aber keine Sorge, niemand wird hier direkt ins kalte Wasser! Als angehender und ganz frischer Ausbilder wirst Du von einem Mentor begleitet - Ein erfahrenerer Ausbilder, der dir nicht nur bei Fragen oder Problemen zur Seite steht, sondern mit dem Du auch Deine Erfahrungen austauschen kannst. Genauso war auch der Ausbildungsleiter, Herr Immig, immer da, wenn ich irgendein Anliegen oder eine Frage hatte.

Neben "normalen" Erste-Hilfe-Kursen, die für jedermann offen stehen, also bspw. für Führerscheinbewerber, hielt ich auch betriebliche Erste-Hilfe-Kurse. Meistens finden diese in den Firmen selbst statt. Ich fand es immer reizvoll, sich in der Art, wie man den Kurs hält, immer wieder neu an die Teilnehmer und den Lehrraum in der Firma anzupassen - Hier ist viel Platz für Kreativität, wie man den Lehrinhalt den Teilnehmern nahe bringt. Aus jeder Firma nimmt man auch immer etwas Erlebtes mit, sei es eine Führung, ein schöner Plausch mit dem Personalchef oder aber das Durchschreiten strenger Sicherheitsvorkehrungen (bspw. im Gefängnis)

Ein weiteres Projekt, das mir immer sehr am Herzen lag, und bei dem ich auch gerne mitgewirkt habe, war die Ausbildung der Schulsanitäter.

Aber mit den Ausbildungen habe ich nicht meine Sollstundenanzahl erfüllt ? So gab man mir die Möglichkeit, in verschiedenen Abteilungen mal "reinzuschnuppern". Besonders die Schichten, in denen ich als Praktikant mit auf dem Rettungswagen mitfahren durfte, sind mir noch in guter Erinnerung.

Also habe ich relativ schnell viele verschiedene Eindrücke aus doch recht unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern sammeln können.

Zum einen wurde mir so klar, in welche Richtung ich studieren möchte. Während dem FSJ wichtiger aber fand ich die Erfahrung, dass das Klima auf der Dienststelle gut ist. Schnell fand ich immer den passenden Ansprechpartner, was aber nicht nur an der Größe des Kreisverbandes Bad Kreuznach liegt, sondern vor allem daran, dass die Kollegen und Vorgesetzten mir gegenüber immer aufgeschlossen waren.  

Ingesamt kann ich sagen, dass ich das Jahr gerne beim ASB Bad Kreuznach verbracht habe. Und, um anfängliche Bedenken von Seiten der Eltern noch einmal aufzugreifen:  Es war ganz und gar nicht verschwendete Studienzeit, sondern ein richtig gut investiertes Jahr! Ich habe in all meinen Tätigkeiten so viel vor allem im Umgang mit Menschen gelernt, wie es keine Hochschule der Welt mir bieten könnte.