Sprung ins kalte Wasser

Lukas Heinrich, Schulsanitäter und ehrenamtlich beim ASB aktiv, wurde während seines ersten Sanitätsdiensts direkt mit einer Reanimation konfrontiert. Ein Interview.

Symbolbild
Foto: ASB/M.Plautz

Lukas Heinrich ist 18 Jahre alt und engagiert sich seit dem Ende der 10. Klasse im Schulsanitätsdienst des Meisenheimer Paul-Schneider-Gymnasiums. Ein Engagement, dass sich lohnt. Denn über die neu gewonnenen Kontakte kam Lukas im Herbst 2017 als Verletztenstatist bei einer Großübung in Pfaffen-Schwabenheim zum Einsatz, als Feuerwehr und ASB-Schnelleinsatzgruppe gemeinsam den Umgang mit einem sogenannten Massenanfall von Verletzten (MANV) trainierten. Was er dabei zu sehen bekam, faszinierte ihn und Lukas meldete sich kurz darauf als Freiwilliger für den ASB-Katastrophenschutz.

Ein weiterer Motivationsfaktor ist zudem Ausbilder Matthias Plautz, wie Lukas berichtet. Matthias Plautz, Notfallsanitäter beim ASB-Rettungsdienst und maßgeblich verantwortlich für die Ausbildung der Freiwilligen im Katastrophenschutz, führte den Schulsanitätslehrgang am Paul-Schneider-Gymnasium durch und weckte dabei Lukas' Interesse am Rettungswesen.

Inzwischen ist Lukas Heinrich als Sanitätshelfer ehrenamtlich für den Katastrophenschutz des ASB Bad Kreuznach aktiv. Während des Kreuznacher Narrenzuges am 10. Februar diesen Jahres sollte er Gelegenheit erhalten, erste Erfahrungen zu sammeln und wurde sogleich mit einer Reanimation konfrontiert. Wir haben mit ihm über dieses Erlebnis gesprochen.

ASB: Während des Sanitätsdienstes beim Kreuznacher Narrenzug kam es zu einem Notfall und dein Sanitätstrupp musste eine Reanimation einleiten. Was war passiert?

Lukas Heinrich: Das Ende des Fastnachtsumzugs war an meinem Fußtrupp „Sama 3" vorbei, als ein Mann zu uns kam, um einen am Boden liegenden Menschen zu melden und uns die Richtung zeigte. „Sama 3" machte sich zügigen Schrittes auf den Weg und wir fanden einen Patienten vor, der bereits von einem Ersthelfer reanimiert wurde. Zufälligerweise war dieser Ersthelfer der Lehrer, der den Schulsanitätsdienst an meiner Schule betreut.

ASB: Als Schulsanitäter hast du in der Theorie und an der Puppe gelernt, eine Reanimation erfolgreich durchzuführen. Wie hast du diesen Einsatz nun in der Praxis erlebt?

L. Heinrich: Nicht nur im Schulsanitätsdienstlehrgang, sondern auch im Lehrgang zum Sanitätshelfer, lernte ich die Maßnahmen im Falle einer Reanimation. In der Praxis fällt es einem aber aufgrund anderer Umstände und einem gestiegenen Adrenalinpegel schwer, Hektik zu vermeiden und ich war froh, eine erfahrene Rettungssanitäterin als Truppführerin zu haben, die die Leitung unseres Einsatzes übernahm, bis weitere Einsatzkräfte eingetroffen waren.

ASB: Viele Leser möchten sicher wissen: Was geht einem durch den Kopf, wenn das Leben eines Menschen auf der Kippe steht?

L. Heinrich: Ich habe mir im Moment des Einsatzes keine Gedanken dazu gemacht, weil ich als frisch gebackener Sanitätshelfer auf meinem ersten Sanitätsdienst zuerst mit der Gesamtsituation zurechtkommen musste und man relativ aufgeregt ist. Aber ich kann glücklicherweise sagen, dass mich der Einsatz im Nachhinein nicht belastet hat, da er ein glückliches Ende nahm.

ASB: Zivilcourage ist aktuell ein großes Thema in der Gesellschaft. Wie wichtig ist es dir, dich zu engagieren?

L. Heinrich: Im Allgemeinen bin ich sehr am Rettungsdienst interessiert und nach der Schule möchte ich auch weiterhin freiwillig in der Sparte bleiben, die mit dem Schulsanitätsdienst begann. Daher ist ein Ehrenamt im Katastrophenschutz ideal. Außerdem finde ich es wichtig zu wissen, wie man einem Menschen bei einem Notfall effektiv helfen kann. Es gibt immer mehr Menschen, die vorbeigehen, weil der Betroffene ihrer Meinung nach nicht in die Gesellschaft passt oder sie nicht wissen, was sie tun sollen und Angst haben, etwas falsch zu machen. Ich persönlich finde es wichtig zu Helfen oder noch besser ein Ehrenamt auszuüben und wenn dieses noch zu den eigenen Interessen passt ist dies umso besser.

ASB: Vielen Dank für das Interview, Lukas! Insbesondere aber auch für dein Engagement.