Im Notfall nicht zögern

Neun Schülerinnen und Schüler der Crucenia Realschule Plus aus Bad Kreuznach nehmen erfolgreich an Lehrgang für Schulsanitäter des ASB teil.

Stolze Schulsanitäter nach bestandener Prüfung.
Foto: ASB/M.Eisenschneider

Nicht im Straßenverkehr geschehen die meisten Unfälle, wie oft fälschlicherweise angenommen wird, sondern im privaten Haushalt. Und schon an dritter Stelle in dieser Statistik folgt die Schule. Jener Ort, an dem junge Menschen als Schülerinnen und Schüler viel Zeit verbringen und sich damit zwangsläufig auch verletzen können. Denn oft fehlt es ihnen noch an der nötigen Erfahrung im Umgang mit Gefahrensituationen und dem eigenen Körper; – Toben, Spiel und Sport gehören im Schulalltag ebenso wie das Lernen dazu. Glücklicherweise handelt es sich bei Unfällen in der Schule meist nur um kleine Verletzungen. Dennoch möchte der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) diesem Unfallpotential präventiv begegnen und bildet daher regelmäßig Schülerinnen und Schüler zu Schulsanitätern aus. Die Crucenia Realschule Plus in Bad Kreuznach ist bereits seit mehreren Schülergenerationen mit Schulsanitätern versorgt. In der vergangenen Woche traten nun wieder neun junge Leute zum Lehrgang an.

Denn nicht nur Lehrer sollen im Notfall Erste Hilfe leisten können; auch Schüler können die notwendigen Maßnahmen erlernen und durchführen. Im Rahmen eines viertätigen, intensiven Ausbildungsprogramm mit abschließender Prüfung erwartete die neun Schülerinnen und Schüler, das Erlernen neuer Fähigkeiten; immer mit Freude und Spaß an der Sache.

Unter Anleitung durch Ausbilder Florian Klamt vom ASB Bad Kreuznach bearbeiteten die Schülerinnen und Schüler zunächst alle Themen einer Erste-Hilfe-Grundausbildung und erweiterten diese anschließend um Maßnahmen wie etwa die Maske-Beutel-Beatmung oder die Pupillenkontrolle. Über diese rein medizinischen Themen hinaus erfuhren die Schülerinnen und Schüler aber auch, wie sich ein Schulsanitätsdienst organisiert und – von besonderer Wichtigkeit – wie man mit Verletzten umgeht. Die psychische Betreuung nimmt insbesondere bei jungen Menschen einen ebenso hohen Stellenwert ein wie die Behandlung der Verletzung selbst. Ergänzt wurde die Ausbildung zum Schulsanitäter durch einen Exkurs in das Thema Brandschutz, womit unter anderem die richtige Handhabung eines Feuerlöschers verbunden war.

  • Ein Schwerpunkt: Die Reanimation.
    Foto: ASB/F.Klamt
  • Auch der Defibrillator, kurz AED, kam zum Einsatz.
    Foto: ASB/F.Klamt
  • Brandschutzausbildung war ein Thema ...
    Foto: ASB/M.Malecore
  • ... ebenso wie Wundversorgung.
    Foto: ASB/F.Klamt

Nach vier Tagen Ausbildung schloss der Lehrgang am fünften Tag mit der Prüfung ab. Neben der Prüfung des theoretischen Wissens durch einen schriftlichen Test lag hier der Schwerpunkt auf der Praxis. Jeder der angehenden Schulsanitäter bewies vor Ausbilder Florian Klamt sowie Mitprüferin Marika Malecore vom ASB-Rettungsdienst zunächst die erworbenen Fähigkeiten bei der Durchführung einer Herz-Lungen-Wiederbelebung. Im Anschluss galt es, sich als Team erfolgreich einem Fallbeispiel zu stellen. Ob Herzinfarkt oder Sturz vom Skateboard, die Jugendlichen wurden mit zahlreichen, unterschiedlichen Unfallbildern konfrontiert.

Aller Nervosität zum Trotz: Am Ende hielt jeder Teilnehmer stolz die Urkunde in der Hand. Acht neue Schulsanitäter*innen und ein Juniorsanitäter versehen fortan neben den bereits erfahrenen Klassenkamerad*innen ihren Dienst an der Crucenia Realschule Plus, um Menschen in der Not gekonnt zur Seite zu stehen.

Die Ausbildung für den Schulsanitätsdienst ist für manche jedoch nur der erste Schritt. So zeigte sich Furkan, der zurzeit ein die Schule begleitendes, einjähriges Praktikum beim ASB Bad Kreuznach absolviert, interessiert am Engagement im Katastrophenschutz. „Das Wichtigste, was wir den Jugendlichen vermitteln können, ist die Entschlossenheit, im Notfall nicht zu zögern, sondern anzupacken," so Ausbilder Florian Klamt zum Lehrgangsabschluss. „Wenn der Lehrgang zudem für das Ehrenamt begeistern kann, ist das ein schöner Bonus."