Gasaustritt im Klärwerk

Gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr übte die Schnelleinsatzgruppe des ASB Bad Kreuznach im Neu-Bamberger Klärwerk das Szenario ‚Massenanfall von Verletzten‘.

  • Die Schnelleinsatzgruppe des ASB ist auf die Erstversorgung spezialisiert.
    Foto: Matthias Plautz
  • Die Darsteller wurden vor Übungsbeginn geschminkt und geschult.
    Foto: Matthias Plautz
  • Übungsleiter Florian Klamt investierte viel Zeit in die Vorbereitung.
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  • Die Feuerwehr war zuerst an der Unfallstelle.
    Foto: Matthias Plautz

Schon das Übungsgelände stellte für die Einsatzkräfte eine Herausforderung dar. Denn das Neu-Bamberger Klärwerk liegt eingerahmt von dichtem Wald am Ortsausgang in Richtung Wöllstein und ist nur über eine schmale Zufahrtsstraße zu erreichen. Zu schmal, als das mehr als eines der meist großen Einsatzfahrzeuge sie passieren könnte. Hinzu kommt der durch Bäume und Hecken begrenzte Raum vor dem Eingang zum Klärwerk. Es bleibt wenig Platz, um das in der Lage gebotene Behandlungszelt zu errichten und die Fahrzeuge so zu parken, dass man sich gegenseitig nicht behinderte.

Die Großübung begann am Freitagabend, den 19. Oktober, um 18.05 Uhr am Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr aus Frei-Laubersheim. Zunächst wurde die Einheit Neu-Bamberg alarmiert, die vor Ort jedoch rasch feststellte, dass sie allein der Situation nicht gewachsen war. Denn in der Auffahrt zum Klärwerk stand ein sichtlich aufgelöster Lehrer, dem es als einzigem gelungen war, den Unfallort rechtzeitig zu verlassen. In der sogenannten Schlammpresse war Kohlenmonoxid ausgetreten, unter dem Kürzel CO bekannt, und insgesamt 18 Schüler*innen waren dem Gas zum Opfer gefallen. Manche noch im Gebäude, andere auf ihrer überhasteten Flucht ins Freie, sodass sie nun über das ganze Werksgelände verstreut lagen. Zum Glück ein fiktives Szenario, das in seiner Komplexität den Rettungskräften jedoch einiges abverlangte.

Bereits kurze Zeit später traf zunächst die Freiwillige Feuerwehr aus Frei-Laubersheim in Begleitung der ersten Rettungswagen ein, dicht gefolgt von der Schnelleinsatzgruppe des ASB Bad Kreuznach. Während eine Wasserversorgung aufgebaut wurde, um der von Kohlenmonoxid ausgehenden Explosionsgefahr zu begegnen, begannen die Feuerwehr unter Atemschutz unverzüglich mit der Menschenrettung. Im Minutentakt wurden die zuvor von ASB-Helfern geschminkten und für ihre Rolle geschulten Jugendlichen - dargestellt durch die Jugendfeuerwehr der Verbandsgemeinde Bad Kreuznach - aus dem Gelände getragen und an die wartenden Sanitäter*innen übergeben. Auch eine Drohne mit Wärmebildkamera kam zum Einsatz, um die Suche nach den Verletzten aus der Luft zu unterstützen.

  • 18 verletzte Jugendliche galt es zu versorgen.
    Foto: Matthias Plautz
  • Im Minutentakt kamen neue Verletzte.
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  • Bei Übergabe wurden die Patienten eingeteilt.
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  • Aus der Luft: Einsatz der Drohne.
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Auf dem Behandlungsplatz wurden die Verletzten nach Übergabe versorgt und für einen zügigen Abtransport in das Krankenhaus vorbereitet. Es galt, eine Reihenfolge nach Priorität festzulegen. Zunächst wurden daher die bewusstlosen Jugendlichen in die wartenden Krankenwagen verladen und zu einem in der Nähe gelegenen, fiktiven Krankenhaus gebracht; dem letzten Schritt in dieser langen, doch gut ineinander greifenden Rettungskette.

Mentale Vorbereitung der Helfer

„Alle Übungsteilnehmer, ob Feuerwehrleute oder Sanitäter, arbeiten ehrenamtlich, setzen ihre Freizeit dafür ein", erklärt Übungsleiter Florian Klamt und führt weiter aus: „Eine Übung dieser Größe bedeutet Stress. Es geht aber genau darum, die Rettungskräfte auf den Ernstfall vorzubereiten, auch mental. Wenn es dann wirklich passiert, hat man eine ungefähre Vorstellung davon, was einen an der Unfallstelle erwartet."

Rund eine Stunde dauerte die Übung, mit Abbau des eingesetzten Materials ein wenig länger. Am Ende waren die Verletzten gefunden und versorgt worden, eine mögliche Explosion unterbunden. Zwar lief nicht alles perfekt, so könnte etwa die Kommunikation zwischen den verschiedenen Einheiten noch verbessert werden. Im Gesamten betrachtet jedoch haben die Rettungskräfte alle ihnen gestellten Herausforderungen gemeistert und die Situation in einer gemeinsamen Kraftanstrengung unter Kontrolle gebracht. Und damit war die Übung ein Erfolg.