Ein unglücklicher Vergleich

Eine Stellungnahme des ASB Bad Kreuznach zu den Gegendarstellungen von Besuchern über die Ereignisse auf dem Nikolausmarkt.

Symbolbild
Foto: ASB

Liebe Leser,

unser Wunsch, die für uns überraschende mediale Aufmerksamkeit auf den Vorfall am Bad Kreuznacher Nikolausmarkt würde mit den vergangene Woche veröffentlichten Artikeln einen Abschluss finden, hat sich nicht erfüllt. Nun wollen wir die von Besuchern des Nikolausmarktes vorgetragenen Gegendarstellungen zu den Ereignissen aber nicht unterschlagen und teilen daher auch den jüngsten Artikel (s. Link) des Öffentlichen Anzeigers.

Wie in diesem Artikel schon erwähnt, steht der ASB Bad Kreuznach zu den Aussagen seiner Mitarbeiter im Rettungsdienst, die den Vorfall auf dem Eiermarkt in der ursprünglich beschriebenen Weise erlebt haben. Dass die Wahrnehmung einiger Besucher des Nikolausmarktes eine andere war, erkennen wir indes an und betonen nochmals, dass die tatsächlichen Ereignisse letztlich wohl in der Mitte dieser verschiedenen Perspektiven zu finden sind.

Die Entscheidung, am Abend des 16. Dezember als Anfahrtsweg zur Einsatzstelle den Eiermarkt zu wählen, mag in der Rückschau ungünstig gewesen sein. Jedoch verfolgten unsere Rettungsdienstmitarbeiter mit dieser Entscheidung keine böse Absicht, sondern trafen sie auf Grundlage der zum Zeitpunkt der Alarmierung bekannten Informationen (mögl. Herzinfarkt) in Kombination mit dem vom Navigationssystem des Rettungswagens empfohlenen Anfahrtsweg und auf Basis ihrer persönlichen Einschätzung. Hier von einem jeden Rettungssanitäter zu erwarten, er kenne sich in Bad Kreuznach bestens aus, geht an der Realität vorbei. Gerade durch technische Hilfsmittel, wie Navigationsgerät und geocodierte Anfahrtsziele, wird die schnelle Erreichbarkeit auch unbekannter Ziele ermöglicht. Fehlerfrei sind die Systeme indes nicht. Die Örtlichkeiten am Eiermarkt mögen sich kreuznacher Urgesteinen sofort erschließen - wenn dann aber statt eines übersichtlichen Platzes vor einem der Nikolausmarkt liegt, sieht die Situation schon wieder anders aus.

Den Vergleich mit einem Taxi zu bemühen - wie im Artikel geschehen - empfinden wir dabei als unglücklich. Denn bei einem Einsatz des Rettungsdienstes läuft kein Taxameter, sondern im Zweifel die Lebenszeit einer mutmaßlich vital bedrohten Person. Und der Notfallsanitäter ist eine qualifizierte Fachkraft, die behandeln und versorgen soll; - dahinter steht mehr als ein bloßer Transport von A nach B.

Unsere ursprüngliche Motivation, die Anfragen von Zeitung und Radio nicht abzulehnen, war die Aussage, dass unsere Mitarbeiter verbal angegangen wurden. Nicht weil wir alle Besucher des Nikolausmarktes verurteilen wollten, sondern weil ein einzelner Pöbler schon zu viel ist: der Zeit kostet, der vom eigentlichen Ziel ablenkt, der möglicherweise verunsichert. Eine ungünstige Fahrstrecke im Nachgang zu kritisieren ist berechtigt; - nicht aber mitten im Einsatzgeschehen Diskussionen an- oder eben Pöbeleien auszustoßen.

Dass ein Gros der Besucher des Nikolausmarktes nicht in diese Kategorie fällt, war uns und unseren Mitarbeitern immer klar. Daher wiesen sie auch in einem jeden Interview darauf hin, dass sie nicht nur verbal angegangen wurden, sondern von verschiedenen Besuchern des Nikolausmarktes auch Unterstützung erhielten. Dies kann in den vorausgehenden Beiträgen (Zeitung, Radio) nachgelesen werden.

Ihr ASB Bad Kreuznach