Großübung für ASB und Feuerwehr

Feuerwehrleute und Sanitäter wurden in einem realitätsnahen Übungsszenario mit zahlreichen Vergiftungen durch Kohlenmonoxid konfrontiert.

Das evangelische Gemeindehaus in Pfaffen-Schwabenheim wurde am Sonntag, den 24. September, zum Schauplatz einer gemeinsamen Großübung der Schnelleinsatzgruppe Sanität des ASB Bad Kreuznach mit den Freiwilligen Feuerwehren aus den Ortsgemeinden Pfaffen-Schwabenheim, Biebelsheim und Pleitersheim. Angenommenes Szenario war der Austritt von Kohlenmonoxid (CO) in dem mehrstöckigen Gebäude, sodass die ersteintreffende Feuerwehreinheit rasch die Menschenrettung unter Atemschutz einleitete. Insgesamt 13 verletzte Personen mussten aus dem Gemeindehaus und dem angrenzenden Garten gerettet werden. Die größte Schwierigkeit bestand jedoch zunächst darin, einen Überblick zur Lage zu erhalten sowie die genaue Anzahl der tatsächlich vermissten Personen zu bestimmen. Im weiteren Verlauf der Übung verunglückte als Teil des Szenarios  zudem noch ein Atemschutzgeräteträger, was den Schwierigkeitsgrad für die Einsatzkräfte weiter erhöhte.

  • Feuerwehr und ASB arbeiteten Hand in Hand.
    Foto: ASB/F.Klamt
  • Insgesamt 13 Verletzte mussten versorgt werden.
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  • Am Ablageplatz wurden die Verletzten zunächst gesammelt.
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  • Alle Helfer der Schnelleinsatzgruppe des ASB arbeiten ehrenamtlich.
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  • Mit den goldenen Rettungsdecken wurde für den Wärmeerhalt gesorgt.
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  • Neben der medizinischen Versorgung war auch die psychische Betreuung wichtig.
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  • Abtransport der Verletzten zu den wartenden Rettungswagen.
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  • Die Feuerwehr rettete die Menschen unter Atemschutz aus dem Gebäude ...
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  • ... und brachte sie anschließend zum sogenannten Ablageplatz.
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  • Der Fuhrpark der Schnelleinsatzgruppe des ASB Bad Kreuznach.
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  • Der SEG-Gruppenführer sprach sich regelmäßig mit dem Leitenden Notarzt ab.
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  • Für den ASB begann die Übung schon am frühen Morgen.
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  • Vom Schulsanitäter zum Katastrophenschützer.
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  • Sanitäter, Gruppenführer, Maschinist. In der SEG werden viele Qualifikationen gebraucht.
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  • Nach Übungsende hieß es: Aufräumen.
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  • Eine blaue Weste kennzeichnet den Gruppenführer beim ASB wie bei der Feuerwehr.
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  • Die vielen Verletzten brachten die Sanitäter bis an ihre Leistungsgrenze.
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  • Zu ihrer eigenen Sicherheit wurden manche Verletzte fixiert, etwa auf dem Spineboard.
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Fiktiver Ausgangspunkt der Übung war ein Einsatz für den Rettungswagen (RTW) des ASB Bad Kreuznach, der aufgrund eines Notrufs das Gemeindehaus angefahren hatte. Eine gestürzte Person war gemeldet, doch schon beim Betreten des Gebäudes schlugen die von den Rettungskräften mitgeführten CO-Warner an und Zeugen berichteten von den vielen Personen, die sich in dem Gebäude aufgehalten hatten. Folgerichtig alarmierte Rettungsassistent Christian Korda daraufhin sowohl die Freiwillige Feuerwehr als auch die Schnelleinsatzgruppe (SEG) Sanität des ASB Bad Kreuznach. Diese stand in Erwartung der Übung schon auf Abruf bereit und machte sich mit einem Konvoi aus sieben Fahrzeugen – darunter zwei Krankentransportwagen (KTW) – sowie einem Geräteanhänger Sanitätsdienst (GA-San) umgehend auf den Weg nach Pfaffen-Schwabenheim. Vor Ort eingetroffen begannen die 19 ehrenamtlichen Helfer parallel mit dem Aufbau eines Behandlungszeltes und mit der Versorgung der von der Feuerwehr zum Ablageplatz transportierten Verletzten. Im Minutentakt kamen zudem weitere Verletzte hinzu.

Ein großer Teil der Verletzten wurde von Schülern des Paul-Schneider-Gymnasiums aus Meisenheim dargestellt, die über die Ausbildung zum Schulsanitäter erste Kontakte mit dem ASB geknüpft hatten und daher sehr genau wusste, wie sie sowohl die Feuerwehrleute als auch die Sanitäter vor echte Herausforderungen stellen konnten. Darüber hinaus mimten einige mit der Feuerwehr verbundene Jugendliche weitere Opfer des Kohlenmonoxidaustritts. Auch sie überzeugten durch eine sehr realitätsnahe Darstellung ihrer Verletzungen wie beispielsweise Bewusstlosigkeit oder durch starke Blutungen ausgelöste Schmerzen. All das verbunden mit den Panikanfällen und den anhaltenden Sorgen um noch vermisste Angehörige ergab für die Einsatzkräfte eine Intensität, die ihnen nach Übungsende mental und körperlich deutlich anzusehen war.

Übungsleiter Matthias Plautz vom ASB Bad Kreuznach zeigte sich sehr zufrieden mit dem Verlauf der Übung und der Stolz auf die von ihm ausgebildeten Sanitäter der Schnelleinsatzgruppe war offensichtlich: „Die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr ging Hand in Hand und die Versorgung der Patienten hat sehr gut funktioniert. Trotzdem in den ersten Minuten eine wahre Informationsflut auch auf unseren Rettungsdienst hereinbrach, haben wir die Lage ruhig und konzentriert abgearbeitet."

Thomas Roos, Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Pfaffen-Schwabenheim, schloss sich in der Nachbesprechung im Feuerwehrgerätehaus dieser Einschätzung an und lobte den Einsatz der zahlreichen Feuerwehrleute, insbesondere aber der Atemschutzgeräteträger, die mit der Rettung so vieler Verletzter aus dem Gebäude bis an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit gingen. Trotz der allgemeinen guten Leistungen bleiben dennoch Möglichkeiten zur Verbesserung. Matthias Plautz nannte hier Beispielhaft die klarere Trennung von Ablage- und Behandlungsplatz für die Verletzten. Die Nachbesprechung diente den Einsatzkräften neben der Manöverkritik zugleich als Möglichkeit der Erholung, denn es standen Getränke und Verpflegung bereit.

Für die Mitglieder der Schnelleinsatzgruppe des ASB hatte die Übung als sogenannte Quartalsfortbildung bereits am frühen Sonntagmorgen mit einem Fahrsicherheitstraining auf der Pfingstwiese in Bad Kreuznach begonnen. Nach kurzem Theorieunterricht zum Thema ‚Fahren unter Blaulicht' durch Matthias Plautz erfuhren die ASB'ler von Eduard Gassen, wie man als Einweiser ein rückwärts setzendes Fahrzeug nur mit Handzeichen navigiert. Auch konnten die Mitglieder der SEG auf dem weitläufigen Gelände mit den verschiedenen Fahrzeugtypen Notfallbremsungen üben.

Für den ASB wie auch für die Kameraden der Feuerwehr war der Sonntag ein anstrengender, doch sehr lehrreicher Tag, begleitet von der Erkenntnis, dass weitere, gemeinsame Übungen mit Sicherheit folgen werden.